Community Building

Was ist Community Building (CB)?

Der amerikanische Psychiater, Psychotherapeut und Schriftsteller Morgan Scott Peck beschreibt in seinem Buch „Gemeinschaftsbildung“ (englisch: The different drum) seine Erfahrungen als Teilnehmer in und Facilitator (Begleiter, wortwörtlich Erleichterer) von Gruppen in dem Prozeß, wirkliche Gemeinschaft zu erfahren.

Im Gemeinschaftsbildungsprozess geht es sowohl um das eigene innere Erleben, als auch um das gemeinsame Erleben in der Gruppe, und darum, dieses Erleben miteinander zu teilen, unmittelbar, ehrlich und nicht theoretisierend.
Der Gemeinschaftsbildungsprozess ist viel mehr als eine Methode der gruppendynamischen Arbeit. Er ist ein Weg, vor allem aber eine Haltung, die einzunehmen sich positiv und klärend auf das Zusammenleben und/oder –arbeiten auswirkt. Der Prozess lügt nicht, er zeigt was ist, und nicht, was sein sollte oder sein könnte.

Mit der Bereitschaft zu aufrichtiger Kommunikation und verbindlichen Beziehungen können wir die Erfahrung von wirklicher Gemeinschaft und wahrhaftigem Kontakt erleben, um darin individuell und als Kollektiv zu wachsen. Das gilt für Gemeinschaften ebenso wie für alle Gruppen von zwei und mehr Menschen – also auch für Paare –, die mehr als nur flüchtige oder oberflächliche Begegnungen miteinander suchen. Gemeinschaftsbildung und Persönlichkeitsentwicklung gehören zusammen. Das eine braucht und fördert das andere.

Was geschieht da eigentlich „im Prozess“?

Das werden wir oft gefragt. Und diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn es gibt wenig „Handfestes“ wie Methoden, Arbeitsformen, Regeln etc. Lasst es uns so beschreiben:
Die Teilnehmer/innen sitzen im Kreis zusammen. Es gibt kein Thema, keine Vorgaben bis auf einige Kommunikationsempfehlungen, die uns dabei unterstützen können, mehr zu uns selbst zu finden. Wir schauen einfach, was kommt, was ausgedrückt werden will. In diesem Sein steckt all unsere Präsenz, unsere Energie, unsere Kraft, auch da, wo Stille ist und scheinbar nichts passiert.
Es geht im Gemeinschaftsbildungsprozess um das eigene innere Erleben und das gemeinsame Erleben in der Gruppe, das Sich-Erleben als Gruppe, weniger um das (intellektuelle) Verstehen.
Schließlich geht es darum, die  verschiedenen Phasen, die Gemeinschaften in ihrem Prozess immer wieder durchleben, zunehmend bewusster und kompetenter zu erleben.

Für den Einstieg in diesen anspruchsvollen und herausfordernden Prozess ist es ratsam und wichtig, die Unterstützung erfahrener Facilitators in Anspruch zu nehmen.

Wer mit einer Gruppe kontinuierlich über einen längeren Zeitraum mit dem Gemeinschaftsbildungsprozess arbeitet, kann erfahren, wie es ist in aufrichtige Kommunikation und in wahrhaftigen Kontakt miteinander zu kommen.
Hat eine Gruppe diese ersten Hürden genommen und mehrmals alle vier Phasen durchlaufen und die Erfahrung echter Gemeinschaft gemacht, ist sie zu einer „Group of all Leaders“ geworden, dann steht ihr dieser Weg immer wieder offen – auch ohne Facilitators!

Hier gibt es mehr Informationen zu den Empfehlungen, zu den vier Phasen, zu Facilitation und zu der „Group of all Leaders“.

Des Weiteren eine subjektive Interpretation von Michael Schultzes zu dem für CB zentralen Werk „Gemeinschaftsbildung“  von Scott Peck und weitere Verweise von Susanne Gierens.